Huf - Orthopädie

Die Orthopädie ist das Fachgebiet der Medizin, das sich mit Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates befasst. Die Orthopädie am Pferdehuf wird sowohl vorausschauend/präventiv als auch zur Behandlung akuter und chronischer Probleme eingesetzt. Man kann also nicht darauf schliessen, dass nur kranke Hufe eine huforthopädische Behandlung benötigen. Vielmehr ist es wichtig, vorausschauend und vorbeugend zu arbeiten und es gar nicht so weit kommen zu lassen, dass das Pferd Schmerzen am oder wegen dem Huf hat.

 

Prinzipien der Huforthopädie

Die Huforthopädie berücksichtigt den kompletten aktiven und passiven Bewegungsapparat. Bei aufmerksamer Betrachtung der Hufe kann man feststellen, dass jeder Huf individuell ist und dadurch nicht in ein einheitliches Schema gepresst werden kann - oder in eine „optisch schöne“ Form gebracht werden kann.

 

Der Huf wird in der Standbeinphase befundet und die Belastungssituation wird eruiert, wobei auch dem ganzen Pferd Rechnung getragen wird. Entsprechend der Belastungssituation wird der Huf bearbeitet, wobei ungünstige Hebelwirkungen ausgeschaltet werden. So vermindert sich Zug/Druck auf die Lederhäute und das Pferd kann seinen Huf wieder physiologisch belasten, was eine Entlastung der gesamten Strukturen (Gelenke, Bänder, Sehnen) ermöglicht. Eine natürliche Selbstheilung wird durch direktes Eingreifen in das natürliche Abriebverhalten gefördert, auch wenn dies länger dauert als eine kurzfristige Abhilfe. Eine abrupte Stellungsänderung ist zu vermeiden, weshalb der Huf nicht einseitig gekürzt wird. Der Huf soll für seinen Besitzer, also für das Pferd, ideal sein/werden, nicht fürs menschliche Auge.

 

Diese natürliche Selbstheilung dauert unter Umständen mehrere Monate bis Jahre, weshalb der Huforthopäde das Pferd und seine Hufe regelmässig fotografisch dokumentiert. Nur so ist eine seriöse und genaue Erfolgskontrolle möglich.

 

Warum Barhuf?

Der Huf ist nur ein kleiner Teil eines Ganzen. Er hat dennoch grosse Auswirkungen auf den Bewegungsapparat des Pferdes. Einfach gesagt: Lahmheiten mit Ursachen im Huf können Probleme im Rücken oder Becken des Pferdes generieren; Lahmheiten aufgrund lang andauernden Verspannungen können Probleme im Huf generieren. Der Huf ist demnach nicht als einzelnes zu betrachten, sondern es muss dem ganzen Bewegungsapparat mitsamt den Strukturen wie Bändern, Sehnen und Muskeln Rechnung getragen werden.

 

Der Huf wirkt sozusagen als Gegenspieler des Herzens: Mit jedem Auftreten dehnt er sich leicht aus und zieht sich beim Abfussen wieder zusammen. Diese „Pumpbewegung“ dient dazu, das Blut durch die Beine wieder in Richtung Herz zurückzupumpen. Dies ist beim beschlagenen Huf nur in geringem Masse möglich. Dadurch wird der ganze Huf weniger durchblutet und die Lederhäute, welche das Horn produzieren, werden minderernährt, was sich auf die Hornqualität schlecht auswirken kann.

Beginn der Hufbearbeitung
Beginn der Hufbearbeitung
Nach der Hufbearbeitung
Nach der Hufbearbeitung

Informationen zur Ausbildung zur Huforthopädin/zum Huforthopäden FBP

Die Fachschule für Biomechanik und ganzheitliche Therapie am Pferd FBP bildet Huforthopädinnen und Huforthopäden in der Schweiz aus. Die Ausbildung ist durch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) als "fachspezifische, berufsunabhängige Ausbildung für Hufpflegende FBA" anerkannt, inklusive den Praxisstunden!

 

Weitere Infos: Ausbildung Huforthopädie FBP

 

Mitglied der Fachschule für Biomechanik und ganzheitliche Therapie am Pferd FBP   www.pferdefachschule.ch

 

Kantonale Bewilligung zur Durchführung der gewerbsmässigen Hufpflege in Kantonen BE, FR, VD, SO

Bewilligungs-Nr. BE-HKP-001994-01