Fallbeispiele

Lotti, Shetlandpony, Jg. 1993

Symptomaufnahme vor Beginn der Bearbeitung - 25.03.2011

 

Medial: innen

Lateral: aussen

 

Hinten Rechts

 

Der mediale (innere) Tragrand ist geschwungener als der laterale (äussere) -> siehe rote Linien. Es ist auch gut erkennbar, dass die mediale Hufhälfte breiter ist und die laterale Hufhälfte schmaler.

Der Strahl weicht dem Druck und legt sich nach medial (siehe rote Pfeile).

Die beiden Ballen weisen unterschiedliche Formen auf (blaue Linien). Der laterale Tragrand weist aufgrund vertikal arbeitender Scherkräfte Ansätze einer hohlen Wand auf (grüne Pfeile).

 

Die Belastung wird aufgrund dieser Symptome auf der lateralen (äusseren) Hufhälfte vermutet.

Die Häärchen legen sich gegen lateral (grüne Pfeile).

Die laterale Seitenwand steht steil zum Boden, die mediale Seitenwand ist verbogen und pendelt im unteren Bereich weg (rote Linien). Der Kronrand ist im dorsalen Bereich (vorne) gegen oben gestaucht und ist gegen medial hin abfallend (blaue Linie). Die gelben Pfeile zeigen die Faltenbildung im dorsalen (vorderen) Bereich.

Das Pony hat sich lateral eine Zehenrichtung angelaufen (oranger Pfeil)

 

Diese Symptome bestätigen die Belastungssituation: Mehrbelastung auf der lateralen (äusseren) Seite.

Die Häärchen verhalten sich im Bereich des Fesselgelenkes und unterhalb etwas wirr (grüne Pfeile).

Die Huf-Fesselbein-Achse (orange Linie) steht leicht in Extension.

Der Kronrand wird im Zehenbereich leicht nach oben gestaucht und fällt gegen den Trachtenbereich ab (blaue Linie).

Die Zehenwand verbiegt sich nach vorne, die Trachten schieben leicht unter (rote Linien).

Die Falten sind auch hier sichtbar (gelbe Pfeile).

 

Diese Symptome weisen auf eine Mehrbelastung im Trachtenbereich hin.


 

Fazit

Hier finden wir eine Überbelastung der Trachten und eine Überbelastung der lateralen Hufhälfte vor.

 

Mein Ziel der Bearbeitung ist:

Zehenwand zum Tragen bringen, damit Trachten entlastet werden können und mediale Hufseite zum Tragen bringen, damit die laterale Seite entlastet werden kann. Dieses einfache Ziel bringt etliche Vorteile mit sich; der Huf kann sich durch diese Optimierung quasi wieder "selbstheilen" und in physiologischer, das heisst gleichmässiger, Form herunterwachsen.

 

 

Ein Jahr und drei Monate nach der Bearbeitung - 01.06.2012

Der mediale und laterale Tragrand sind gleichmässiger geworden (rote Linien). Der massive Unterschied der beiden ungleichmässig grossen Hufhälften ist kaum mehr zu erkennen (orange Pfeile). Die Ballen sind ähnlich geworden (blaue Linien), auch der Strahl hat sich erholt und legt sich weniger medial.

 

Die hohle Wand ist lateral noch zu erkennen. 

Die Häärchen legen sich gegen lateral (grüne Pfeile).

Die beiden Seitenwände haben sich harmonisiert und stehen gleichmässig steil zum Boden (rote Linien). Im Vergleich zum Foto oben pendelt die mediale Seitenwand weniger weg.

Der Kronrand ist im dorsalen Bereich (vorne) noch etwas gegen oben gestaucht (blaue Linie). Die Falten haben sich geglättet und sind nicht mehr klar erkennbar (gelbe Pfeile)

Die Zehenrichtung hat sich gegen dorsal (vorne) verschoben (oranger Pfeil).

Die Häärchen im Bereich des Fesselgelenkes haben sich etwas beruhigt und legen sich gerade nach unten (grüne Pfeile).

Die Huf-Fesselbein-Achse (orange Linie) steht noch leicht in Extension, wobei weniger als auf dem Foto oben.

Der Kronrand wird im Zehenbereich weniger gestaucht (blaue Linie).

Die Zehenwand und die Trachten stehen parallel zueinander, wobei die Zehenwand im unteren Bereich noch leicht gegen vorne wegpendelt (rote Linien). Die Trachten haben sich etwas „aufgestellt“.

Die Falten haben sich geglättet (gelbe Pfeile).