Blutegel-Therapie

 

Die Wirkung der Blutegel geht weit über die lokale Blutentziehung und ihre entstauenden Effekte hinaus. Während des Saugens gibt der Blutegel Wirkstoffe ab, unter anderem Hirudin (gerinnungshemmend), Hyaluronidase, Apyrase, Kollagenase und Egline (entzündungshemmend, antiseptisch). 

Auszug von Hirumed

 

Was passiert während der Blutegel-Therapie

Nach dem Biss werden vom Egel Substanzen abgegeben, welche die Ausbreitung seines Speichels im Körper begünstigen. Danach werden blutgerinnende Enzyme abgegeben. Schlussendlich entzündungshemmende Substanzen. Der Speichel des Blutegels enthält mindestens 25 verschiedene Substanzen. Vermutet werden aber weit über 100 bioaktive Substanzen.

 

Die bekanntesten sind:

-         Hirudin (hemmt die Blutgerinnung stärker als Heparin)

-         Eglin (entzündungshemmend)

-         Hyaluronidase (löst das Bindegewebe auf)

-         Calin (hemmt die Aggregation der Thrombozyten und verursacht die lange Nachblutung)

-         Destabilase M (löst Blutgerinnung)

-         Destabilase L (wirkt antibiotisch)

 

Wann wird die Blutegel-Therapie angewendet?

Blutegel können als Unterstützung in den verschiedensten Bereichen eingesetzt werden.

Entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt die Behandlung z.B. bei Arthrose, Spat, Schale, Kissing Spines, Hufrollenproblemen und Sehnenproblemen.

Entstauend und damit schmerzlindernd wirken die Egel z.B. bei Hufrehe, Prellungen, Blutergüssen und Druckstellen.

 

Indikationen - Wann ist eine Blutegeltherapie angesagt?

Huf Gelenk Sonstiges
Abszesse Arthritis Blutergüsse, Prellungen
Hufrehe Arthrose Hautveränderungen 
Hufrollenprobleme       Spat Kreuzbandverletzung
Schale Gelenksgallen       Nervenentzündung
Entzündungen allgemein   Narbenbehandlung
    Druckstellen (Sattel-, Geschirrdruck)
    Mauke
    Sehnenentzündungen / Sehnenverletzungen

Die Blutegeltherapie ist sehr effektiv im Zusammenhang mit einer energetischen Gesamttherapie.

Wieviel Blut verliert der Patient bei der Behandlung?

Je nach seiner Grösse saugt ein Egel bis zu 50 ml Blut ab. Durch die gerinnungshemmende Wirkung der Saliva (des Speichels des Blutegels) dauert die leichte Nachblutung bis zu 12 Stunden. Sie ist gewollt und Bestandteil der Therapie. Sie ist wichtig zur Wundreinigung und hat entstauenden Effekt. Während der Nachblutung wird noch einmal so viel Blut verloren wie während der Saugphase.

 

Verursacht der Biss eines Egels Schmerzen?

Der Biss des Egels wird vom Menschen nicht als sonderlich schmerzhaft empfunden, meist mit der Berührung durch eine Brennnessel oder dem Stich eines kleinen Insektes gleichzusetzen. Tiere zeigen kaum Abwehrreaktionen und tolerieren die Behandlung in der Regel sehr geduldig. Viele Tiere dösen bei der Behandlung gelassen vor sich hin.

 

Wie bereite ich mein Pferd auf die Therapie vor? Wie verläuft die Nachbehandlung?

Halten Sie den vorgesehenen Ansatzbereich sauber, aber waschen Sie das Pferd keinesfalls mit Seife oder Shampoo. Wenn möglich sprayen Sie ihr Pferd 2-3 Tage vor der Behandlung nicht mit Sprays ein - Blutegel sind heikle Beisser!

Für die Therapie kann es sein, dass kleine Stellen des Fells rasiert werden müssen. Dies müssen Sie aber im Vorfeld nicht vorbereiten. Bitte teilen Sie mir mit, wenn Ihr Pferd in den letzten Wochen vor der Behandlung irgendwelche Medikamente verabreicht erhalten hat.

 

Nach dem Abfallen der Egel blutet die Bissstelle leicht, aber beständig nach. Diese Nachblutung ist erwünscht und darf nicht durch einen Verband beeinträchtigt werden, also keinesfalls einen Druckverband anlegen. Die Wunde kann aber mit einem lockeren Schutzverband vor Eindringen von Schmutz geschützt werden.

Wenn die Blutung aufhört, bildet sich innerhalb weniger Stunden eine kleine Kruste auf der Wunde. Diese Stelle sollte vor Aufkratzen oder Aufbeissen geschützt werden. Die Kruste soll nicht weggekratzt werden, sondern soll von alleine abfallen. Sollte das Pferd Juckreiz empfinden, kann die Wunde mit Teebaumöl, Rescue-Salbe oder ähnlichem behandelt werden.

 

Welche Nebenwirkungen können bei der Blutegel-Therapie auftreten?

In erster Linie können lokale Reaktionen vorkommen: Brennender Schmerz, vergleichbar mit einem Brennnessel- oder Insektenstich während der Behandlung; Rötung und leichte Schwellung der Bissränder bis zu ca. 14 Tagen, Juckreiz für ca. 2-3 Tage. Dies kann mit einer juckreizstillenden Salbe (z.B. gegen Mückenstiche) oder Teebaumöl behandelt werden.

Unkontrollierbare Blutungen können vorkommen, wenn der Egel eine oberflächlich verlaufende Arterie trifft oder die Blutgerinnung gestört ist. Hier hilft das Anlegen eines Druckverbandes.

 

Kontraindikation - wann wird von einer Blutegelbehandlung abgeraten

Anämie (Blutarmut) Leber-/ Nierenerkrankung
bei geschwächtem Immunsystem
Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
Cortison-Dauerbehandlung
Infektionskrankheiten
Geschwächte Tiere    Diabetes
Blutgerinnungsstörung Viruserkrankungen
Trächtigkeit Herzinsuffizienz
Tumore  akuter Durchfall